Amazon und Urheberrecht

Hatten wir das nicht vor einigen Tagen? Da staunte Thomas Wos nicht schlecht, der Online-Riese Amazon hat wieder den kürzeren gezogen. Das Berliner Landgericht entschied, dass auch wenn die Bilder von Verkäufern hochgeladen werden, Amazon für die Urheberrechtsverletzung haftbar ist.

Grund für dieses Urteil war, dass der Parfümhersteller Davidoff sein Parfüm „The Game“ bei Amazon entdeckte, dieses wurde mit einem der Davidoffs eigenen Fotos beworben. Amazon hat zwar die Bilder gelöscht, aber weigerte sich eine Unterlassungserklärung zu unterschrieben. Davidoff hat die Konsequenzen gezogen und Recht bekommen.

Amazons Verteidigung: Amazon sei nur einen Marktplatz für Verkäufer, daher trüge der Inhaber der Plattform nicht die Verantwortung für die Inhalte. Dazu wurde argumentiert, der Verkäufer sei ein Davidoff-Vertragspartner, ergo hätte er Nutzungsrechte an den Bildern. Die Juristen waren anderer Ansicht. Die Plattform Amazon sei in der Lage, zu bestimmen welche Bilder gezeigt werden dürfen. Der Konzern greife in die Autonomie der Händler ein. Auf den Hinweis, der Händler wäre ein Verkaufspartner von Davidoff ließen sich die Rechtssprecher nicht ein. Nur weil der Anbieter eines Produkts Lizenzen für ein Bild hat, bedeutet es noch lange nicht, dass diese auf Amazon übertragen werden. Thomas Wos wartet jetzt gespannt, ob Amazon in die Revision geht. Was bei Onlineshops zu beachten ist – auch in juristischer Hinsicht, finden Sie im Buch „Onlineshops – von Anfang an auf Erfolgskurs